Unser Klima, unsere Zukunft – ein Bericht von Sabine Gorenflo DJV - Unter dem Titel „Klimaschutz – Handlungsperspektiven auf globaler und lokaler Ebene“ luden die Energieoffensive Weilburg (EOW) und die Bürgerenergiegenossenschaft Limburg-Weilburg (BEG-LW) am Freitag, dem 30. Januar 2026, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in das Spielmann-Kulturzentrum in Weilburg ein. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um sich über den aktuellen Stand des Klimaschutzes zu informieren und gemeinsam über Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsbedrohung mehr. Seine Auswirkungen – von zunehmenden Extremwetterereignissen über steigende Temperaturen bis hin zu globalen sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen – sind weltweit spürbar und gefährden die natürlichen Lebensgrundlagen heutiger und künftiger Generationen. Viele Menschen fühlen sich angesichts der Dimension und Vielschichtigkeit der Problematik überfordert und zweifeln daran, selbst etwas bewirken zu können. Andere verdrängen das Thema oder verweisen auf die Verantwortung von Politik, Wirtschaft oder anderen Ländern. Gleichzeitig gibt es auf internationaler, nationaler und auch kommunaler Ebene zahlreiche Initiativen und Maßnahmen zum Klimaschutz. Doch wie erfolgreich sind diese Anstrengungen tatsächlich? Und reichen sie aus, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen?
Für eine fachlich fundierte Einordnung konnte mit Anna-Katharina Hornidge eine ausgewiesene Expertin gewonnen werden. Sie ist Professorin für Globale Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn und leitet das IDOS – German Institute of Development and Sustainability, eines der bedeutendsten entwicklungspolitischen Forschungsinstitute Deutschlands. Darüber hinaus berät sie die Bundesregierung in Fragen globaler Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik, unter anderem in ihrer Funktion als Co-Vorsitzende des Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.
In ihrem Vortrag zeichnete Prof. Hornidge ein differenziertes Bild der internationalen Klimaschutzbemühungen. Sie beleuchtete zentrale Entwicklungen auf globaler Ebene, ordnete die Rolle der Industrieländer ein und ging auf die Verantwortung Deutschlands im internationalen Kontext ein. Dabei machte sie deutlich, dass Fortschritte erzielt wurden, diese jedoch häufig nicht ausreichen, um den Klimawandel wirksam zu begrenzen. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse als Grundlage politischer Entscheidungen und plädierte für langfristige, verlässliche Strategien. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte und engagierte Gesprächsrunde, an der sich viele der anwesenden Gäste beteiligten. Gemeinsam wurde diskutiert, welche konkreten und realistischen Maßnahmen auf lokaler Ebene ergriffen werden können – etwa in den Bereichen Energieversorgung, Mobilität, Bauen oder Bürgerbeteiligung. Dabei zeigte sich, dass kommunales Engagement, Genossenschaftsmodelle und individuelles Handeln wichtige Bausteine eines wirksamen Klimaschutzes sind. Die Veranstaltung machte insgesamt deutlich, dass erfolgreicher Klimaschutz sowohl internationale Kooperation und politische Rahmenbedingungen als auch aktives Handeln vor Ort erfordert. Sie vermittelte nicht nur fundiertes Wissen, sondern auch die Zuversicht, dass Veränderungen möglich sind, wenn Verantwortung übernommen und gemeinsam gehandelt wird.