Politischer Aschermittwoch – hochkarätig besetzt – ein Bericht von Sabine Gorenflo DJV - Wenn in Bayern die politischen Gegner am Aschermittwoch mit scharfen Worten bedacht werden, dann hat das längst auch in anderen Regionen der Bundesrepublik Tradition. Was andernorts in großen Festzelten geschieht, findet in Weilburg und im Oberlahngebiet in einem etwas kleineren, aber nicht minder engagierten Rahmen statt. Im Bürgerhaus Ahausen versammelten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gäste zum politischen Aschermittwoch mit traditionellem Heringsessen – ein Termin, der im regionalen Kalender seit vielen Jahren fest verankert ist. Schon beim Betreten des Saals war spürbar, dass es hier nicht nur um ein gemeinsames Essen geht, sondern um Austausch und klare Worte. Unter den Gästen befanden sich viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region, Mitglieder des Kreistages, der stellvertretende Landrat und Spitzenkandidat Jörg Sauer, sowie zahlreiche kommunalpolitisch Engagierte. Kulinarisch blieb man der Tradition treu: Heringssalat mit Pellkartoffeln stand auf dem Speiseplan. Die Veranstalter haben sich über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet – nicht nur für die politischen Beiträge, sondern auch für die Qualität des Essens und die Gäste ließen es sich schmecken, bevor die Aufmerksamkeit ganz den Rednerinnen und Rednern galt. Inhaltlich wurde es dann deutlich pointierter. Mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion im Hessischen Landtag, Tobias Eckert, war ein profilierter Landespolitiker nach Ahausen gekommen. Als Gastrednerin sprach zudem die Hessische Sozialministerin Heike Hofmann zu den Anwesenden. Sie setzte in ihrer Ansprache eigene Akzente und widmete sich insbesondere sozialpolitischen Fragen, die viele Kommunen unmittelbar betreffen. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Unterstützung für Familien und die Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegebereich standen im Mittelpunkt. Sie wählte klare Worte, blieb aber zugleich nah an den praktischen Erfahrungen der Kommunalpolitikerinnen und -politiker im Saal. Eingeladen und mit dabei war auch das Team von Lahntal-Fernsehen, das nicht nur die besondere Atmosphäre einfing, sondern die Gelegenheit nutzte, mit der Ministerin ins Gespräch zu kommen. Zwischen Heringssalat und politischen Schlagabtauschen entstanden so Eindrücke und O-Töne, die den Abend auch über die Region hinaus sichtbar machen. Am Ende blieb der Eindruck einer lebendigen Veranstaltung, die zeigt, dass politische Debattenkultur nicht nur in großen Metropolen oder in den bekannten Hochburgen gepflegt wird, sondern auch im ländlichen Raum ihren festen Platz hat – engagiert, pointiert und mit einer Portion Tradition auf dem Teller.